Überregionale Bedeutung erlangte Nöbdenitz durch die Person des Hans Wilhelm von Thümmel, der durch sein Wirken weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde.

 

Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824),
Minister und Schriftsteller, kam aus Nöbdenitz oft zu Besuch nach Löbichau und gehörte bis 1821 zum Dichterkreis im Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland. Er hinterließ einige literarische Schriften.

Die Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1763 - 1821) und ihre Gäste statteten aber auch des öfteren Thümmel auf seinem Gut in Nöbdenitz einen Besuch ab. In den Wintermonaten fand sich Familie Thümmel samt den Töchtern Clementine und Constanze in den bekannten Berliner Salons ein.

 

Als Freund des Herzogs Ernst besaß er großen Einfluss bei Hofe. Zwischen 1803 und 1808 übernahm Thümmel mehrere diplomatische Missionen nach Dänemark, Berlin, Königsberg, Dresden und Paris. Nach seinem Abschied aus den herzoglichen Diensten 1817 lebte Hans Wilhelm von Thümmel häufiger als bisher in Nöbdenitz. Verdient gemacht hat er sich u. a. durch die Förderung des Straßenbaus, die Gründung der Kammerleihbank und der allgemeinen Landvermessung. Die Thümmelschen Karten sind auch heute noch von Bedeutung.

In Nöbdenitz kann man seine Grabstätte besichtigen: Die sogenannte 1000jährige Eiche hatte Thümmel der Pfarrgemeinde abgekauft und sich, seiner romantischen Mentalität entsprechend, in den Wurzeln des Baumes eine Grabgruft einrichten lassen.

Die Eiche ist eine der mächtigsten in Deutschland und steht heute unter Naturschutz.
1959 ist die Grabstätte untersucht worden.

 

Gustav Parthey:

„... Mit Erfurcht betrachteten wir eine mitten im Dorfe stehende Eiche von ungeheurem Umfange. Der Volksglaube machte sie zu einem Druidenbaume der heidnischen Germanen, und die Schätzung der Botaniker gab ihr ein Alter von 2000 Jahren. In der Höhlung des Stammes konnten 10 - 20 Menschen neben einander stehn. Der Minister hatte angeordnet, dass man ihn unter der Eiche begraben sollte, damit seine irdischen Überreste unweit als sprossende Zweige und grüne Blätter an die freie Himmelsluft hinausgelangen möchten ...“

(*) Parthey, Gustav: Jugenderinnerungen,  herausgg. von Ernst Friedel, 2 Bände, Berlin 1907, S. 292