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Der
Verdacht der Vergiftung Göhrings war auf folgende Weise entstanden. Am
Tage nach dem Begräbnis hatte die Göbnerin der Schwester des Verstorbenen,
welche in Mannichswalde wohnte, etwas alten Quarkkäse mitgegeben.
Diese hat mit ihrer Tochter davon gegessen, und es war beiden davon
schlecht geworden, sogar die Katze, welche davon gefressen hatte, krümmte
sich und erbrach. Das erzählte die Schwester von Göhring ihrer Schwägerin
in Schönhaide, diese ließ sich den übrigen Käse geben und überbrachte
ihn Doktor Kretzschmar aus Löbichau, welcher den verstorbenen Göhring
behandelt hatte. Der Käse wurde in Altenburg gerichtsmedizinisch
untersucht, dabei entdeckte man Spuren von Arsenik.
Darauf
kam das Kriminalamt nach Nöbdenitz und durchsuchte Göhrings Haus.
Im Bettstroh der Göbnerin fand man eine Dose mit Arsenikpulver.
Die verdächtigte Giftmörderin wurde sofort ins Gefängnis nach
Altenburg abgeführt. Darauf fand am Montag, dem 16.
Januar, vormittags um 10 Uhr, die Leichenausgrabung statt.
Göhrings Leichnam zeigte noch keine Spur von Verwesung, er sah
wie im Leben aus. So
bestätigte schon der Anblick des Toten den Verdacht, dass derselbe an
Vergiftung gestorben wäre. Der
Leichnam wurde in die Wohnstube gebracht, dort fand die Sektion statt.
Die Eingeweide nahm das Gericht mit nach Altenburg, bei der Untersuchung
wurde Arsenik festgestellt. Der
Leichnam wurde wieder in den Sarg gelegt und nach dem Grabe zurückgetragen
und hier zum 2. Mal begraben. Es hatten sich viele Leute auf dem
Friedhof versammelt. Der Pfarrer hielt eine Predigt und wünschte, dass
bald Licht in diese böse Angelegenheit gebracht würde. Die Giftmörderin
gestand nach langem Leugnen endlich, dass sie Göhring in einer
Semmelsuppe Gift beigebracht und so seinen Tod herbeigeführt habe. Des
Giftmordes überführt und geständig, wurde die Göbnerin am 14.
Dezember 1860 im Gerichtshof zu Altenburg enthauptet. |