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Frühgeschichte Das Sprottental war in der Jungsteinzeit vor etwa 6000 Jahren ein beliebter Siedlungsplatz. Zwischen den Fluren Großstöbnitz und Schmölln sind eine ganze Reihe von Wohnstätten der Bandkeramiker (Kulturgruppe der Jungsteinzeit, 5. bis Mitte 4.Jahrtausend v. u. Z., mit typischer bandverzierter Keramik und erstmals festen Blockhäusern) durch ur- und frühgeschichtliche Funde bekannt geworden. Für Nöbdenitz ist eine solche Siedlung bisher nicht nachgewiesen. Erste Spuren reichen hier in das frühe Mittelalter, in die Zeit der slawischen Besiedelung unseres Gebiets, zurück. Zeugnis davon geben die Ortsform, die Flurform und der Ortsname. Nöbdenitz ist eine sorbische (slawische) Gründung im Slawengau Plisni (abgeleitet vom Flußname Pleiße). Der Ort lag genau wie der Nachbarort Lohma am südwestlichen Zipfel des sorbischen Altgaues. Die Rodung des Waldes wurde entlang der Sprotte vorgenommen. Es entstand eine für slawische Zeit typische Dorfform - der Rundling. Beim Rundling waren etwa 6 bis 10 Höfe um einen runden Platz gruppiert. Um die Höfe herum verlief zum Schutz vor Eindringlingen ein Wassergraben oder eine starke Hecke. Die Flur (Blockflur) um die Dörfer wurde in unregelmäßigem Grundriss und in verschieden große, unregelmäßig geformte Flurstücke, Blöcke genannt gegliedert. Jeder Bauer besaß Flurstücke, die nicht beisammen lagen, sondern über die Gesamtfläche verteilt waren. Die
Schreibweise des Ortsnamens änderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Über
Nobodicz (14. Jahrhundert) Nubdiez und Nobediez (15. Jahrhundert) kam man der heutigen
Bezeichnung schon ziemlich nahe. Ursprünglich ist er abgeleitet vorn slawischen
novu = neu. Dagegen leiten sich die
Namen des frühen Ortsteils von Nöbdenitz, Raudenitz (Rauda), vom altslawischen rudy
= rot, Roteisenstein, Lohma, altslawisch lomu
/ lom = Steinbruch, Selka, selo =
Dorf / Wohnsitz und als letztes Beispiel Untschen, altslawisch anzuku
= eng, ab. |