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m Jahre 1863 begannen die Vermessungsarbeiten zum Bau der Eisenbahn­linie Gößnitz - Gera.  Am 13.  April 1864 konnte in der Flur Stolzenberg der erste Spatenstich vorgenommen werden.  In Nöbdenitz und Posterstein hielten sich damals mehr als 200 Eisenbahnarbeiter auf, viel Verkehr von Transport­fahrzeugen herrschte auf den Straßen. „Da gab es aber unter uns Menschen auch viel Ärger, Rohheiten und Unsittlichkeiten“, so schrieb Pfarrer Michael Nürnberger in seine Kirchenchronik.  Unter schwierigen Umständen wurden in der Postersteiner Flur gefährliche Felssprengungen vorgenommen.  Dabei verunglückte der Sprengmeister Sparschuh beim unvorsichtigen Öffnen eines Pulverfasses und verbrannte sich am ganzen Leibe, so dass er bald darauf starb.

Zwischen Nöbdenitz und Lohma wurden ein großer Damm geschüttet und eine hohe Brücke errichtet, welche den Fahrweg und den Sprottenfluss über­quert.  Unter der Leitung des Baumeisters Friedrich aus Großstechau wurde das Bauwerk errichtet. Am 21.  Juli 1865 wurde der Schlussstein im Bogen der Wegüberbrückung feierlich eingesetzt. Dabei erklang der Choral „Ein fe­ste Burg ist unser Gott.“ Die Einweihungsrede hielt der Bauführer. Danach zogen alle Versammelten mit Musik zur fröhlichen Feier auf die Lößigwiese, im Saal der Schenke war Tanz, und am Abend wurde ein schönes Feuerwerk abgebrannt. Der Chronist schrieb: „Die ganze Gesellschaft vergnügte sich an dem milden Abend auf der Wiese bis zum anderen Morgen.“

Am 23. Oktober 1865 vormittags 11 Uhr fuhr die erste Lokomotive durch unsere Flur, und am 22.  November fand die erste Probefahrt von Gößnitz bis Gera statt.

Endlich, am 27.  Dezember 1865, wurde die Eisenbahn feierlich eröffnet. Der geschmückte Zug bewegte sich von Gößnitz aus nach Gera und von da nach Ronneburg zurück. Der Festzug hatte auch auf der Hinfahrt in Nöbdenitz gehalten. Dort begrüßte Pfarrer Nürnberger den Prinz Moritz von Sachsen - Altenburg im Namen der Gemeinde und der Bevölkerung der hiesigen Gegend und wünschte der Eröffnungsfahrt der Gößnitz - Geraer Eisenbahn fernerhin Got­tes Segen. So wurde vom 13.  April 1864 bis zum 27.  Dezember 1865 mit Handarbeit und Muskelkraft von Mensch und Tier in kurzer Zeit die Eisen­bahn gebaut.