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Ernst von Thümmel
Ernst von Thümmel trat nach dem Tod seines Vaters den Besitz des
Nöbdenitzer Rittergutes an. Um sich voll seinem Rittergut widmen zu
können, gab er freiwillig seine Arbeit als Assessor beim Herzoglichen
Ministerium auf.
Als Präsident des Landtages und als Vizepräsident in ganz Thüringen,
besonders als Präsident der Landwirtschaftskammer war er bekannt und hat
sich dort hohe Verdienste erworben.
Mit großer Liebe hing er an seinen schönen Besitz in Nöbdenitz, welches
unter seiner Aufsicht und Leitung mustergültig bewirtschaftet wurde. Unter
den Bauern genoss er hohes Ansehen und als Mensch zeichnete er sich seinen
Bediensteten und Arbeitern gegenüber durch Freundlichkeit und
Leutseligkeit aus, vor allem durch seinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.
Er hatte Herz und Verständnis für die ländliche Bevölkerung , vertrat
deren Interessen im Raiffeisenverein, zu deren Aufsichtsrat er gehörte und
stand jedem zur Verfügung, wenn man ihn um Rechtsfragen um eine Auskunft
bat.
Er gehörte der lutherischen Bekenntnisgemeinschaft in Thüringen an.
Ernst von Thümmel starb am am 12 Februar 1945 an einem Schlaganfall. Sein
Enkel, Eckebrecht von Rieß kann sich noch heute ganz genau an diese Zeit
erinnern, er lebte damals bei seinen Großeltern und erlernte auf dem
Bauernhof von Kirmse in Nöbdenitz einen landwirtschaftlichen Beruf
Kurze Zeit, nach dem der Großvater starb, standen die Amerikaner vor der
Haustür des Rittergutes, um dieses Haus als ihr Quartier anzuschauen. Als
sie das Zimmer betraten, in dem der verstorbene Herr von Thümmel
aufgebahrt war, nahmen sie ihre Kopfbedeckung ab und salutierten vor dem
Toten. Sie gaben der Familie 3 Tage Zeit, um in Ruhe trauern zu können.
Am 16. April wurde Herr von Thümmel auf der Begräbnisstätte seiner Familie
beigesetzt. Die Beerdigung des Rittergutsbesitzer unter großer Beteiligung
.
Ernst von Thümmel starb am am 12 Februar 1945 an einem Schlaganfall. Sein
Enkel, Eckebrecht von Rieß kann sich noch heute ganz genau an diese Zeit
erinnern, er lebte damals bei seinen Großeltern und erlernte auf dem
Bauernhof von Kirmse in Nöbdenitz einen landwirtschaftlichen Beruf
Kurze Zeit, nach dem der Großvater starb, standen die Amerikaner vor der
Haustür des Rittergutes, um dieses Haus als ihr Quartier anzuschauen. Als
sie das Zimmer betraten, in dem der verstorbene Herr von Thümmel
aufgebahrt war, nahmen sie ihre Kopfbedeckung ab und salutierten vor dem
Toten. Sie gaben der Familie 3 Tage Zeit, um in Ruhe trauern zu können.
Am 16. April wurde Herr von Thümmel auf der Begräbnisstätte seiner Familie
beigesetzt. Die Beerdigung des Rittergutsbesitzer unter großer Beteiligung
.
Nach der Kapitulation am 11. Mai 1945 musste die Rittergutsbesitzerin
Margarete von Thümmel das Nöbdenitzer Rittergut verlassen. Aufnahme fand
sie mit ihrem Enkel Eckebrecht im Pfarrhaus. Anfang Juli 1945 zogen die
Russen in Nöbdenitz ein, diese plünderten im Herrenhaus, in welches die
Rittergutsfamilie von Thümmel wieder zurückgekehrt waren. Am 3. August
1945, noch bevor das Gesetz über die Bodenreform in Kraft trat, wurden
Frau von Thümmel von den Russen jegliche Verfügungen über ihre Rittergüter
Nöbdenitz und Untschen entzogen. Diese Güter wurden unter russische
Verwaltung gestellt. Nochmals musste die Rittergutsfamilie binnen von 2
Stunden Haus und Hof räumen, dabei durften sie nur das Nötigste mitnehmen
und wieder fanden sie bei Pfarrer Günther im Pfarrhaus eine Bleibe. Nach
und nach wurden alle Möbel aus dem Herrenhaus auf einem Lastkraftwagen
fortgeschafft, einige davon wurden auch unter den Nöbdenitzer
Dorfbewohnern verteilt. Das Rittergut wurde auf 16 Siedler aufgeteilt,
einige Grundstücke an der Bahnhofstraße wurden an Einwohner vergeben.
Kuhstall und die Silos wurden eingerissen. Vom Rittergut steht nur noch
der alte Hühnerstall. Er steht beginnend am Radwanderweg Nöbdenitzer Wald
( kleiner Fachwerkschuppen ).
Ältere Dorfbewohner erzählten mir liebevoll vom Rittergutsbesitzer und
seiner Frau. Er trug immer einen Strohhut, den er dann beim grüßen der
Dorfleute kurz vom Kopf nahm. Die Hühnerfrau vom hiesigen Rittergut hieß
Frau Reichel. Auf dem Rittergut gab es einen Esel. Der Eselsstall befand
sich dort, wo jetzt der Nöbdenitzer Kindergarten ist. Es gab einen Jungen,
der diesen Esel betreute., zu seinen Aufgaben gehörte es zum Beispiel, die
Kinder des Kammerherrn auszufahren oder das Gepäck der Gäste vom Bahnhof
abzuholen. Das heutige Nöbdenitzer Gemeindehaus war früher das
Försterhaus. Der Förster hieß Richard Helbig , der war ein sehr strenger
Förster. Man durfte im Wald nicht vom Weg abkommen, sonst bekam man großen
Ärger mit ihm. Der Inspektor des Rittergutes war er der Paul Lukner. Er
war ein ordentlicher und strenger Mann. Im Waschhaus (das Gebäude, in dem
jetzt der Frisör ist ) wurde von ihm an die Arbeiter der Lohn ausgezahlt.
Die Milch wurde auch dort von der Frau des Inspektors ausgegeben. Damals
kostete der Liter 15 Pfennig.
Zu den Kindern ihrer Bediensteten war die Rittergutsfamilie immer sehr
großzügig. Zum Beispiel wurde jedes Jahr , am 2. Weihnachtsfeiertag die
Kindern des Ortes eingeladen und mit ihnen gefeiert. Das war eine
Aufregung, denn für alle Kinder gab es dort auch Geschenke. In der
Vorweihnachtszeit mussten die Kinder dann im Rittergut erscheinen. Dort
wurde für jedes Kind ein Kleidungsstück genäht. Die Kindern bekamen beim
Anpassen der Kleidung Binden um die Augen gelegt, damit sie ja nicht
sahen, was dort für sie angefertigt wurde, es sollte ja eine Überraschung
werden. Im Geraer Kaufhaus „Tietze „ wurde für noch für jedes Kind ein
Spielzeug gekauft. Am Tag der Weihnachtsfeier brachte man dann die
Geschenke mit einem Lastkraftwagen ins Nöbdenitzer Rittergutshaus. Er trug
immer einen Strohhut, den er dann beim grüßen der Dorfleute kurz vom Kopf
nahm.
Die Hühnerfrau vom hiesigen Rittergut hieß Frau Reichel.
Auf dem Rittergut gab es einen Esel. Der Eselsstall befand sich dort, wo
jetzt der Nöbdenitzer Kindergarten ist. Es gab auch einen Jungen, der
diesen Esel betreute, er musste z. B. die Kinder des Kammerherrn ausfahren
oder das Gepäck vom Bahnhof abholen. Als es das Nöbdenitzer Rittergut noch
gab, war das heutige Nöbdenitzer Gemeindehaus das Försterhaus. Der
damalige Förster hieß Richard Helbig, er war ein sehr strenger Mann, der
aufpasste, das man als Dorfbewohner im Wald nicht vom Weg abkam, sonst
bekam man großen Ärger ! Der Inspektor des Rittergutes war der Paul Lukner.
Er war ein ordentlicher und strenger Mann. Im Waschhaus des Rittergutes (
jetzt Wohnhaus, in dem sich jetzt unser Frisör befindet ) zahlte er damals
an die Arbeiter den Lohn aus. Die Frau des Inspektors verkauft dort die
Milch, damals kostete der Liter 15 Pfennig.
Marlis
Geidner-Girod
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