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Das Teehäuschen

Nach über 60 Jahren bekommt Nöbdenitz das Teehäuschen zwischen den 2
Teichen auf dem ehemaligen Grundstück des Rittergutes wieder. Wer dieses
Gebäude noch aus seinen Kindheitstagen kennt und jetzt am Nöbdenitzer
Teich spazieren geht, fühlt sich in die Vergangenheit zurück versetzt. Ich
kenne dieses Häuschen nur von alten Fotos, und als ich es vor ein paar
Tagen zum ersten Mal sah, war ich fasziniert von seinem Anblick.
Neugierig auf die Geschichte des Teehäuschens, rief ich bei Herrn von Rieß
an, dem Enkel des letzten Nöbdenitzer Rittergutsbesitzers Ernst von
Thümmel. Er erzählte mir, dass das Teehaus von der Rittergutsfamilie nur
im Sommer – und das nur sonntags – an den Nachmittagen mit schönem Wetter
genutzt haben, um dort in aller Stille Tee zu trinken, um in Ruhe ein Buch
zu lesen oder in trauter Gesellschaft Karten zu spielen oder einfach nur,
um in aller Stille die schöne Natur zu genießen. Dazu wurde ein Korb mit
passendem Geschirr, Tee und Kuchen gefüllt. Damit fuhr man dann in einem
Boot auf dem Teich zum Teehäuschen. Begleitet wurde diese Fahrt oft von
den dort anwesenden Schwänen. Am Ufer, vor dem Ziel angekommen, führten 3
Stufen zum Teehäuschen empor. Damals bestand es nur aus einem
geschlossenen Raum mit einer Doppeltür. In dem Häschen standen ein Tisch
und ein paar Stühle.
Heute soll das Häuschen vor allem zum Schutz vor Regen und Unwetter für
Wanderer und Spaziergänger des romantischen Wanderweges durch den
Nöbdenitzer Wald dienen. Möge es viele Freude bereiten und auch in Ehren
gehalten werden.
Marlis Geider-Girod
November 2006
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