Die Hebamme

In der Vorkriegszeit war Frau Schnabel Hebamme in unserem Dorf Nöbdenitz. Sie selbst hatte 8 Kinder zu versorgen. Die Hebamme war für 19 Dörfer zuständig und fuhr bei Wind und Wetter alle Weg  mit dem Fahrrad.
Der Lohn für die Hebamme war damals bei einem Kassenpatienten 32,00 Mark, die Bauern mussten 50,00 Mark bezahlen. In den Preis eingeschlossen war die Entbindung und 9 Tage Betreuung von Mutter und Kind. 
Frau Schnabel hatte damals  sehr darum gekämpft, dass auch die unehelich geborenen Kinder genau so getauft  wurden wie die ehelichen. Das damalige Kirchengesetz hatte es aber nicht zugelassen. Das hieß, die unehelichen Kinder durften erst nach der offiziellen Tauffestlichkeit in der Kirche getauft werden. Die Taufe erfolgte in der Regel 9 Tage nach der Geburt.


Marlis Geidner-Girod