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Giftmord im Jahr 1859
Am 9. Dezember 1859 verstarb der Drechslermeister und Witwer Gottfried
Göring aus Nöbdenitz. Nach seiner Beerdigung gab die Haushälterin des
Herrn Göring seiner Schwester aus Mannigswalde etwas Käse mit nach Hause.
Als diese mit ihrer Tochter davon gegessen hatten, wurde es beiden
schlecht. Auch dessen Katze, welche vom Käse kosten durfte, erbrach sich.
Misstrauig geworden, erzählte sie es ihrer Schwester aus Schönheide. Diese
wiederum ließ sich den restlichen Käse geben und brachte ihn Doktor
Kretschmar aus Löbichau, welcher der behandelnde Arzt des Verstorbenen
war.
Der Verdacht einer Vergiftung bestand und deshalb ging der Doktor mit dem
Käse zum Schmöllner Gericht, welche diesen Fall an das Kriminalamt in
Altenburg weiter gab. Dort wurden bei der medizinischen Untersuchung am
Käse Spuren von Arsenik gefunden.
Der zuständige Kriminalbeamte fuhr deshalb nach Nöbdenitz und durchsuchte
Göhring`s Haus. Dort fand er im Bett der Haushälterin Göbner eine Büchse
mit weißen Pulver. Es war Arsenikpulver.
Darauf hin wurde der Leichnam Göhrings 10 Wochen nach dessen Beerdigung in
Gegenwart und auf Veranlassung des Kriminalen Gerichts zu Altenburg wieder
ausgegraben und im Hause, in der Wohnstube des Verstorbenen seziert. Die
Öffnung des Sarges erfolgte im Hofe und im Beisein vieler Leute. Göhring
war noch nicht im mindesten verwest. Er sah wie im Leben aus , nur auf den
Backen hatte sich etwas weißlicher Moder angesetzt. Durch den Anblick des
Leichnam`s bestätigte sich der Verdacht einer Vergiftung.
Die Haushälterin wurde des Giftmordes verdächtigt und ins Gefängnis
abgeführt. Nach vielen Leugnen gestand sie dann , ihrem Hausherrn in einer
Semmelsuppe Gift getan zu haben. Die Haushälterin Sophie Göbner lebte mit
ihrem Ehemann mit in Göhring`s Haus. Die Untersuchung ergab, dass Herr
Göhring mit seiner Haushälterin in verbotenem Umgang lebte. Später war er
seiner Geliebten überdrüssig und wollte sie gern los werden.
Er hatte vor, sich wieder zu verheiraten und er wollte sein Haus
verkaufen.
Das alles wusste sie und deshalb wollte sie ihn durch das Gift wenigsten
krank machen, um ihn dann dazu zu bringen, ihr in seinem Testament das
Haus zu verschreiben.
Des Giftmordes überwiesen und zum Tode verurteilt, wurde die Haushälterin
Sophie Göbner am 14. Dezember 1860 auf dem Kriminal - Gerichtshofe zu
Altenburg enthauptet.
Marlis Geidner-Girod
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