Entstehung des Erntekindergartens

In Nöbdenitz, im ehemaligen Taubenhaus und Eselstall des Rittergutes wurde ein Erntekindergarten errichtet. Am 9. Juni 1954 wurde er eröffnet. Mit nur 2 Räumen, darin 2 Tische, 12 Stühlen, ein alter Schrank, 12 Liegestühle und etwas Spielzeug war der Anfang etwas mühsam und primitiv. Mit diesen wenigen Mitteln war man bemüht, den Kindern den Aufenthalt so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Von Seiten der Betreuerinnen wurde alles getan, damit sich die Kinder wohl fühlten. Die Windeln und die Wäsche wurden damals von den Erzieherinnen noch selbst gewaschen und die Kinder wurden jeden Samstag gebadet. An Beiträgen bezahlten die Eltern damals pro Kind im Monat 15,- DM, der größte Teil der Unterhaltskosten wurde aus dem Staatshaushalt bezahlt. Im November 1954 kam die Bestätigung , dass die Nöbdenitzer Kinderkrippe ab dem 1. Januar 1955 als Dauer-Tageskrippe weiter geführt werden darf. Nun mussten auch die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Notwendig war vor allem eine Heizungsanlage, da der Schlafraum nicht zu heizen ging. Dies konnte aus Mitteln des Haushaltsplanes geschehen. Durch den Bau einer Wasser- und Abflussleitung, wurde den Erzieherinnen die Arbeit wesentlich erleichtert. Denn bisher musste sämtliches Wasser aus der Küche geholt und auch wieder nach unten geschafft werden. Da die Zahl der Kinder weiter stieg, reichten die beiden Zimmer, die zur Verfügung standen, nicht mehr aus. In 60 Stunden wurden durch Fritz Förstel und Gerhard Sidorr in ehrenamtlicher Arbeit ein 3. Zimmer ausgebaut. Somit konnte auch ein Wasch- und Garderobenraum eingerichtet werden. Kammtaschen, Lätzchen, Mundschützer und Kissenbezüge wurden von den Erzieherinnen genäht. Zur besseren Betreuung der Kinder wurden Spielzeug, ein neuer Spielzeugschrank, ein Wäscheschrank, zwei Laufgitter, weitere Tische und Stühle, Wolldecken, Handtücher und Badetücher gekauft. Außerdem wurde ein Bad eingerichtet. Um auch das leibliche Wohl der Kinder zu verbessern, wurde ab dem 1. Januar 1955 eine Köchin eingestellt. Von diesem Zeitpunkt an wurden die Kinder ganztägig verpflegt. Mangelhaft war damals das Fehlen eines umzäunten Spielplatzes. Obwohl ausreichendes Gelände dafür vorhanden war, fehlte es an dem dazu gehörigen Material. Für die Betreuerinnen wäre ein umzäunter Spielplatz einen große Erleichterung gewesen, denn der bisherige Spielplatz war für die Kinder zu gefahrvoll, denn rechts von ihm lag der Mühlgraben und links davon der Teich Im März 1957 war es dann soweit! Von den Eltern und den Mitarbeiterinnen der Kinderkrippe wurde in 195 freiwilligen Arbeitsstunden ein Spielplatz angelegt. Vom Zimmermann Albert He

Marlis Geidner-Girod