Die Mutterkirche Nöbdenitz (Nobdicz), welche schon 1313 urkundlich erwähnt wurde, versprach Vogt Heinrich Reuß von Plauen dem Kloster Cron­schwitz mit dem Patronatsrecht und allen ihren Einkünften, Besitzungen und Zubehörungen. (Schmidt, Urkunde der Vögte 1 Nr. 444)

Sie wurde am 9. Oktober 1342 vom Klo­ster einverleibt (inkorpiert), sie war der Maria „Unserer lieben Frau“ geweiht. Das Kloster Cronschwitz wurde 1238 gegründet.  Daraus kann man schließen, dass die Mutterkirche Nöbdenitz schon vor 1313 bestanden hat.

Zur Nöbdenitzer Kirche gehörten die Filialen (Tochterkirchen) von Voll­mershain, Jonaswalde, Wettelswalde und Mennsdorf, seit 1578 wird aus Posterstein eine Filialkirche von Nöbdenitz.  Es sind alles Kirchen aus dem Neubruchgebiet (Waldrodung) der Waldhufendörfer. Urkundlich wird Nöbdenitz 1143 in Altenburger- und Naumburger Urkunden erwähnt.  Dort tritt ein Ritter Gerhardus von Nubodicz als Zeuge auf. Wann die Nöbdenitzer Marienkirche wirklich erbaut worden ist, können wir nicht nachweisen. Die alte Kirche wurde im romanischen Stil erbaut. Der Turm auf der Ostseite war viereckig und reichte mit seinem alten Teil bis zum First des Kirchendaches.

Im Jahre 1685 erhielt er einen achteckigen Aufsatz mit doppelter Haube. Dieser Turmaufbau aber erheischte bereits 1748 eine bedeutende Reparatur und musste 1878 endlich durch ein in der Apsis aufgerichtetes Holzgerüst abge­steift werden.  Von den 3 Glocken, welche die Kirche hatte, wurde die Große abgenommen und nach Vollmershain verkauft, da die Erschütterung beim Läuten dem Turmaufsatz Gefahr zu bringen drohte (J. u. E. Löbe 11, S. 313). Doch schon im Jahre 1893 beschließen Pfarrer und Kirchenälteste einen völ­ligen Umbau der alten mittelalterlichen Kirche. Im Pfarrarchiv kann man lesen: „Es gab viel Ärger und Verdruss, doch am 1. Juli 1894 begann der Kir­chenumbau. Die Kirche wurde fast völlig abgerissen. Es standen nur noch die Längsmauern und die Wand nach dem Rittergut. Nach 2-jähriger Bauzeit wurde die Kirche am 26.  Juli 1896 feierlich wieder eingeweiht.“ 1897 macht der Pfarrer Körner folgende Bemerkung: „Die Kirche ist fast neu erbaut worden, doch die Kirchenbänke sind wohl mit einem schlechten Lack überzogen worden, denn sie kleben heute noch.“ Im Jahre 1992 begann wie­derum eine große Erneuerung der Nöbdenitzer Kirche, die noch nicht abge­schlossen ist.
 

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